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Pflegereform 2017

Informationen für Pflegebedürftige, die am 31.12.2016 bereits eine Pflegestufe haben oder bis zu diesem Zeitpunkt beantragt haben.

 

Ab dem 01.01.2017 wird die Pflegebedürftigkeit nicht mehr nach Pflegestufen bewertet, sondern nach Pflegegraden.

Damit wird auch das bisherige Bewertungssystem auf den Hilfebedarf des Betroffenen umgestellt. Es gelten keine Zeitwerte mehr, sondern es geht um die vorhandenen Fähigkeiten. Kann die notwendig durchzuführende Tätigkeit noch selbstständig, - teilweise selbstständig - oder nur unselbstständig -  ausgeführt werden?

Eine gewaltige Umstellung, die eine gerechtere Beurteilung sicherstellen soll.          Ein Kraftakt, der uns ein spannendes 2017 bescheren wird.

Nun aber das Gute zuerst.

Alle die Pflegebedürftigen, die am 31.12.2016 eine Pflegestufe haben, werden automatisch ohne weitere Begutachtung in den entsprechenden Pflegegrad kommen.

Pflegestufe

Pflegegrad

 

 

0

1

0 mit eingeschränkter Alltagskompetenz (z. B. Demenz)

2

1

 

1 mit eingeschränkter Alltagskompetenz (z. B. Demenz)

3

2

 

2 mit eingeschränkter Alltagskompetenz (z. B. Demenz)

4

3

 

3 mit eingeschränkter Alltagskompetenz (z. B. Demenz)

5

 

 

 

 

Die finanziellen Auswirkungen finden Sie in der nächsten Rubrik.

Alle, die bis zum 30.12.2016 (Eingangsstempel bei der Pflegekasse)  noch einen Antrag auf Pflegestufe oder Höherstufung stellen, werden auch 2017 noch nach altem Recht beurteilt. Sollten Sie noch einen Antrag nach altem Recht stellen wollen, sollten Sie sicherstellen, dass der Antrag bis Freitag, den 30.12.2016 bei der Pflegekasse eingeht.

Ab 2017 erhält jeder Pflegebedürftige 125 € (auch ohne eingeschränkter Alltagskompetenz) für zusätzliche Betreuungsleistungen.

Versicherte mit erhöhter, eingeschränkten Alltagskompetenz des Pflegegrades 5 erhalten zusätzlich 83 € (125 € + 83 € = 208 €) ab 2017. Hierrüber muss die Pflegekasse Sie informieren.

Wer in 2016 Betreuungsleistungen zur Betreuung des Pflegebedürftigen abruft, muß erst die mtl. zusätzlichen Betreuungsleistungen von 104,00 € oder 208,00 € abrufen, danach kann erst 40 % der Pflegesachleistungen für Betreuungsleistungen genutzt werden.

2017 besteht die Wahlmöglichkeiten, aus welchem Topf man zuerst die Betreuungsleistungen abrechnen möchte.

Das hat den Vorteil, dass die zusätzlichen monatlichen Betreuungsleisten von 125,00 € im Jahr 2017 im Laufe des Jahres ansparen werden können. Der übertragene Betrag muss dann aber im Folgejahr bis zum 30. Juni ausgegeben sein. Eine Empfehlung, welche Variante die Bessere ist, kann nicht pauschal abgegeben werden, da jeder Fall sich anders gestaltet.

Die Verhinderungs- und die Kurzzeitpflege bleiben ebenfalls mit je 1.612 € jährlich erhalten und können auch weiterhin kombiniert beantragt werden.

Gezahlt wird die Verhinderungs- und kurzzeitpflege ab Pfleggrad 2.                        

Versicherte, die bei einem Neuantrag 2017 in den Pflegegrad 1 kommen erhalten monatlich 125,00 €. Dieser Betrag kann für Pflege, Betreuung, Tagespflege, vollstationäre Pflege eingesetzt werden.

Bis zum 31.12.2018 wird es keine Wiederholungsgutachten geben, die von der Pflegekasse beauftragt werden. Auch wenn dies schon vorher festgelegt bzw. empfohlen wurde.

Ab dem 01.11.2016 wird die Fünf-Wochenfrist, in der eine Begutachtung nach der Beantragung zurzeit noch durchgeführt werden muss, bis 31.12.2018 außer Kraft gesetzt.  

Außer bei besonderer Dringlichkeit, dann muss eine Entscheidung nach 7 Arbeits-tagen schriftlich ergehen. Was unter Dringlichkeit verstanden wird, wird noch bundesweit ermittelt. Im Zweifelsfall immer wieder bei der Pflegekasse nachfragen, wann man mit der Beurteilung durch den MDK rechnen kann.

Ist 2017 nach 20 Tagen schon klar, dass es zu keiner Begutachtung durch den MDK kommen kann, muss die Pflegekasse drei unabhängige Gutachter dem Versicherten  zur Auswahl benennen, die dann die Begutachtung durchführen können.

Pflegende Angehörige werden 2017 besser gestellt. Für sie wird von der Pflegekasse in die Rentenversicherung und zusätzlich in die Arbeitslosen-versicherung eingezahlt. Und das schon bei 10 Stunden (bisher 14 Stunden) wöchentlicher Pflege in der Woche, wenn die Pflege an zwei Tagen nicht erwerbsmäßig durchgeführt wird.

Somit können Pflegende, die ihre Arbeit aufgegeben haben, für die Pflegetätigkeit Arbeitslosengeld und nach der Pflegetätigkeit Leistungen der Arbeitsförderung beantragen.

 

Pflegeheime:

Sollte es im zum 01.01.2017 Jahr 2017 zu höheren eigenen Zuzahlungen in den Pflegeheimen kommen, als 2016 gezahlt wurde, wird die Differenz von der Pflegekasse erstattet.  

Zukünftige Erhöhungen, die nächste reguläre Preiserhöhung, gehen dann wieder entsprechend prozentual zu Lasten des Bewohners.

 

So, wenn jetzt alle Klarheiten beseitigt sind – wunderbar.

Ansonsten bei Fragen, fragen.

0221 / 94 65 53 08 oder mail: pflegeberatungkoeln@gmx.de